Im Closed-Loop-Prozess übernimmt das Modul Operational Platform eine dreifache Schlüsselfunktion: Es fungiert als zentrales Steuerelement, das alle beteiligten Module IT-seitig miteinander verknüpft und koordiniert Darüber hinaus ist es in der Befundung angesiedelt und leistet hier einen wesentlichen Beitrag zur Qualitätssteigerung und Effizienz der medizinischen Entscheidungsfindung. Zudem ergänzt das Modul das Projekt um die Patientenzentrierung, indem es den Closed-Loop-Prozess aus Patientensicht durch eine vollintegrierte mobile Patientenanwendung abbildet und Patienten digital durch jeden Prozessschritt begleitet und unterstützt.
Als technisches Rückgrat steuert die Plattform über das M²OLIE-Cockpit sämtliche Prozessschritte – von der Aufnahme und Anamnese bis hin zur Planung diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen. Gleichzeitig dient sie als zentrale Datenplattform, die alle beteiligten Module versorgt und in die IT-Infrastruktur des Universitätsklinikums Mannheim eingebunden ist. Die strukturierte und standardisierte Kommunikation zwischen den Modulen wird beispielsweise durch den Einsatz vonüber FHIR-Schnittstellen (Fast Healthcare Interoperability Resources) gewährleistet. Dadurch wird eine nahtlose, interoperable und sichere Datenübertragung innerhalb des Systems sowie mit externen klinischen IT-Systemen ermöglicht – ein wesentlicher Faktor für einen effizienten Closed-Loop-Prozess.
Ein weiteres zentrales Element ist die Integration innovativer Algorithmen zur Bildverarbeitung und -interpretation. Diese ermöglichen eine automatisierte und standardisierte Analyse radiologischer Bilddaten und damit eine Optimierung des Befundungsprozesses Auf dieser Basis wird eine präzise 3D-Biopsieplanung möglich, die eine gezielte und minimal-invasive Punktion suspekter Läsionen erlaubt. Dies erhöht sowohl die diagnostische Treffsicherheit als auch die Patientensicherheit. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Anwendung von Radiomics: Hierbei werden aus Bilddaten umfangreiche quantitative Merkmale extrahiert, die zusätzliche Informationen über Tumorbiologie und Therapieansprechen liefern können.
Für Patienten mit Oligometastasen verbessern diese Integrationen die Patient Journey erheblich: Der IT-gestützte Behandlungsprozess ermöglicht eine strukturierte, schnelle und sichere Versorgung. Die durchgängige Verfügbarkeit und optimierte Auswertung von Bild- und Patientendaten führen zu effizienten Therapieentscheidungen. Arzt und Patient werden dabei kontinuierlich durch den Prozess geführt – transparent, sicher und effektiv.
Das Teilvorhaben M²Clinic hat das Ziel, die M²OLIE-Klinik technisch in die IT-Infrastruktur des Universitätsklinikums Mannheim (UMM) zu integrieren und damit die Grundlage für den vollständigen M²OLIE-Closed-Loop-Prozess zu schaffen. Dieser Prozess bildet den Kern des M²OLIE-Projekts und verbindet alle klinischen und technischen Module entlang der Patientenreise – von der Aufnahme bis zur Therapie – zu einem geschlossenen, digital unterstützten Versorgungspfad.
Bereits in der 2. Förderphase wurde mit der Anbindung erster klinischer Informationssysteme an den M²OLIE Data Lake ein wichtiger Grundstein gelegt. In der 3. Förderphase wird darauf aufgebaut: Die Anbindung von Interventionsplattform, Labor, Tumorboard, sowie patientenzentrierter Systeme wie einer Patienten-App und dem Aufnahme-Tool TE-DIAS steht nun im Fokus. Dabei übernimmt die MaLu-IT, die IT-Abteilung des UMM, eine Schlüsselrolle. Sie stellt Hardware, Software und IT-Fachwissen bereit, führt Schnittstellen-Workshops durch und schult Forschende in klinischen IT-Prozessen.
Ziel ist es, durch standardisierte Schnittstellen (z. B. FHIR) und vorhandene Systeme eine reibungslose Integration zu gewährleisten – ohne zusätzliche Entwicklungen auf Seiten des Klinikums. Die Plattform ProM²etheus wird dabei mit den klinischen Workflows verknüpft, sodass Prozesse automatisiert und abgestimmt ablaufen können. Technisch umfasst dies unter anderem den Einsatz von leistungsstarken Serverarchitekturen. M²Clinic schafft damit die technische Basis für klinische Studien, Forschung an Echtdaten und die IT-technische Realisierung der M²OLIE-Klinik. Es bündelt die IT-Ergebnisse aller Module und macht sie im Gesamtprozess nutzbar. Ohne diese Integration wäre der technische Abschluss des Closed Loops nicht realisierbar.
Das Teilvorhaben M2OLIE-PAL hat das Ziel, den bestehenden Closed-Loop-Prozess, um eine Patientenzentrierung zu erweitern. Dies soll erreicht werden, indem eine mobile Anwendung entwickelt wird, welche Patienten bestmöglich durch die straffe Patient Journey, von der digitalen Patientenaufklärung- und -aufnahme bis über die Diagnose und Therapie, begleitet. Dabei stehen intuitive Nutzung und Patientenanforderungen im Vordergrund.
Dabei stellt die Anwendung nicht nur eine Prozessbegleitung dar, sondern ermöglicht ebenfalls die Messung objektiver (PROMs) und subjektiver (PREMs) Qualitätsindikatoren zur umfassenden Evaluierung der Patientenzufriedenheit. Zudem werden Patienten im klinischen Ablauf durch wechselseitige Kommunikation mit Informationen zum Behandlungsverlauf, Navigationshilfen und einer digitalen Patientenakte unterstützt. Die digitale Patientenaufnahme wird dabei mithilfe der TEDIAS-Kabine von Fraunhofer IPA teilautomatisiert integriert.
M2OLIE-PAL strebt positive Patientenerfahrungen durch kontinuierliche Begleitung und Zufriedenheitsmessung an. Dies wird durch die Nutzung bestehender Kommunikationsprotokolle (HL7 FHIR), einer integrativen zentralen Datenversorgung (Data Lake) und separaten Patientenschnittstellen ermöglicht. Dadurch wird der bisher behandlungszentrierte Ansatz mit einer patientenzentrierten Sichtweise verbunden, was die Akzeptanz des M²OLIE-Closed-Loops fördert. Der zukünftige Einsatz von KI-Technologien (z.B. generativen Sprachmodellen für psychosoziale Unterstützung) soll dabei tiefergreifend erforscht werden, um die Patientenzentrierung weiter zu steigern und die Patientenzufriedenheit aktiv erhöhen.
Das Ziel dieses Teilvorhabens ist die Vervollständigung des M²OLIE-Closed-Loop-Prozesses. Innerhalb der M²OLIE-Operational Platform werden Ansätze zur Weiterentwicklung des M²OLIE-Cockpits hin zu einem Demonstrator innerhalb der Physician Journey erforscht und eine Realisierung einer 3D-Interventionsplanung unter Einbeziehung bildbasierter Informationen, einer auf dem PCCT (Photon-counting CT) basierenden Tumorcharakterisierung und KI-gestützter Auswertungen sowie unter Einbeziehung vorhandener Risikostrukturen erarbeitet. Ebenso wird eine Korrelation von prä-interventioneller Bildgebung (CT/PCCT/MRT/PET) mit Information des Biopsates und eine sich daraus ergebende Adaption der Planung der Intervention erforscht.